Aanä

Der Schweizer Pianist und Klangkünstler Jul Dillier (*1990) nähert sich in «Aanä» den Gedichten seines gleichnamigen Onkels Julian Dillier an (1922–2001). Das Wort «Aanä» hat im Obwaldner Dialekt – der gesprochenen Mundart aus Dilliers Heimat – gleich drei Bedeutungen: «Aanä» steht einerseits für die Ahnen, die Vorfahren. Als Verb bedeutet es wie auch im Hochdeutschen ahnen, also vermuten, spüren. Zusätzlich bedeutet «aanä» aber auch annehmen im Sinne von akzeptieren, beherzigen, bejahen.
Den künstlerischen Spuren seines Ahnen folgend, komponierte Jul Dillier aus dessen Gedichten stille, intime und sehr persönliche Lieder, begleitet mit Klavier, Hackbrett, Harmonium.
Begleitet bei dieser Wiederbegegnung wird Jul Dillier von der österreichischen Kontrabassistin Judith Ferstl und dem ungarischen Perkussionisten András Dés. Zu dritt erschaffen sie einen akustischen Wort-Klang-Kosmos mit viel Platz für Improvisation, geprägt von ureigenen Rhythmen, sowie vom weich-
herben Klang der Obwaldner Mundart.

Jul Dillier, *1990, ist in Sachseln im Schweizer Kanton Obwalden aufgewachsen und lebt in Wien. Er studierte Jazzklavier mit Nebenfach Perkussion an den Hochschulen Luzern, Basel und Linz. Sein reger Kontakt mit afrikanischen Musikern führte ihn ausserdem zu Residencies nach Burkina Faso, Südafrika und Mosambik. Er ist als Jazzpianist aktiv, aber auch als Performer, Klangkünstler und Komponist und in musikalischen Grenzbereichen zum Theater, zur bildenden
Kunst, zur Literatur oder zum Tanz.
Wichtige Grundthemen in all seinen Arbeiten sind die Interaktion, die Improvisation, die Stille, der akustische Klang, das bewusste Zuhören.
Als Solist sowie mit seinen Bands chuffDRONE, other:M:other und
Ei.Gen.Klang spielt er auf renommierten Festivals in Europa.
Als Komponist und Klangkünstler schreibt er Musik für Hörspiele, Theaterproduktionen und inszeniert ortsspezifische Klangper-
formances.

CHF 28.00